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ALARMIERENDE SITUATION IN DEUTSCHLAND

Auch wenn immer noch mehr Männer als Frauen rauchen, folgt deren Rauchverhalten unterschiedlichen Trends: Während die Raucherraten bei Männern seit 1984 stetig gesunken sind, kann ein leicht rückläufiger Tabakkonsum bei Frauen erst seit 2003 festgestellt werden. Aktuell rauchen 35 % der Männer und 27 % der Frauen; bei den 12–17-Jährigen rauchen mehr Mädchen (16 %) als Jungen (14 %). Arbeitslose Frauen mit niedrigem sozialen Status und niedriger Schulbildung rauchen am meisten. Besonders Besorgnis erregend ist die hohe Anzahl Schwangerer (25–30 %) und allein erziehender Mütter (60 %), die rauchen. Der steigende Anteil rauchender Mädchen und Frauen schlägt sich bereits in einem drastischen Anstieg von Lungenkrebsfällen bei Frauen nieder. Keine Krebsart nimmt so rasant zu wie Lungenkrebs bei Frauen, während diese Krebsform bei Männern leicht rückläufig ist.

WENIGER FRAUEN SCHAFFEN DEN AUSSTIEG

Vielen Raucherinnen gelingt es nicht, erfolgreich bzw. dauerhaft mit dem Rauchen aufzuhören. Besonders sozial benachteiligten Frauen und Mädchen fällt es schwerer, wieder rauchfrei zu werden. Dies lässt sich u.a. dadurch erklären, dass Frauen auf Nikotin anders reagieren als Männer und die psychosoziale Abhängigkeit wahrscheinlich eine größere Rolle spielt. Das Schönheitsideal, Gewichtskontrolle sowie Umgang mit Stress und negativen Gefühlen sind maßgebliche Faktoren, den Ausstieg nicht zu versuchen oder den Rauchstopp abzubrechen. Zudem neigen viele Frauen dazu, ihr Gesundheitsrisiko zu unterschätzen, da sie oft nur ein paar Zigaretten pro Tag rauchen.

VERMEIDBARE GESUNDHEITSSCHÄDEN

Aktives Rauchen und passives Mitrauchen schädigt alle Organe des menschlichen Körpers, denn es gibt keinen unschädlichen Tabakkonsum.
Bei Frauen ist schon ein geringer Tabakkonsum mit erhöhten Gesundheitsrisiken verbunden, z.B. für Lungen-, Gebärmutterhals- und Blasenkrebs, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD), und mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen als bei Männern. Beispielsweise haben Frauen, die nur drei Zigaretten pro Tag rauchen, ein ebenso hohes Herzinfarktrisiko wie Männer, die sechs Zigaretten pro Tag rauchen. Durch gleichzeitige Einnahme der „Pille“ erhöht sich das Herzinfarktrisiko drastisch. Folgen von Tabakkonsum können außerdem eine schmerzhafte Menstruation, verminderte Fruchtbarkeit, schwere Komplikationen in der Schwangerschaft und früher einsetzende Wechseljahre sein. Mütterliches Rauchen belastet die Gesundheit des Kindes nachhaltig vor und nach der Geburt (plötzlicher Kindestod, größere Anfälligkeit für Atemwegserkrankungen, Mittelohrentzündung, Asthma usw.). Nicht zuletzt ist das Passivrauchen ein wesentlicher Faktor für die vorzeitige Sterblichkeit bei Frauen. So sterben jedes Jahr mehr als 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens in Deutschland, 70 % davon sind Frauen.

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